Mobilität für alle! Gestern, heute, morgen

Veröffentlicht am 08.06.2017 in Kommunalpolitik

Der öffentliche Raum muss vielseitigen Anforderungen gerecht werden

Mobilität hat ihre Wiege in Mannheim. Hier wurde die Welt mit Mannheimer Erfindungen auf Räder gestellt. 2017 feiert Mannheim 200 Jahre Fahrrad. Wie sieht die Mobilität von heute und von morgen aus?

Einen Gedankenanstoß gibt Stadträtin Nazan Kapan.

Mobilität hat ihre Wiege in Mannheim. Hier wurde die Welt mit Mannheimer Erfindungen auf Räder gestellt. Dazu gehört auch die Erfindung des Freiherrn von Drais vor 200 Jahren. Am 12. Juni 1817 rollte Karl Drais mit seiner „Laufmaschine“ von M 1,8 durch die Straßen Mannheims bis zum Relaishaus im heutigen Mannheimer Stadtteil Rheinau. Im Laufe der Geschichte hat die „Draisine“ bis zum heutigen Fahrrad verschiedene technische Entwicklungsprozesse vollzogen, die sehr von sozialen Erwartungen und Bedeutungszuschreibungen abhängig waren. Heute ist das Fahrrad in all seinen Formen und Nutzungsmöglichkeiten nicht mehr von unseren Straßen wegzudenken und das ist gut so!

Treibhausgasneutrales Deutschland 2050

Können wir nun Mannheim jetzt als Fahrradstadt bezeichnen? Sicherlich nicht auf den ersten Blick. Denn der Autoverkehr prägt in weiten Teilen weiterhin das Straßenbild. Auch eine Erfindung aus Mannheim. Doch Mannheim ist eine Stadt im Wandel und sucht seit der Verkehrswende nach  einem attraktiven, sicheren, nachhaltigen Mobilitätskonzept für die Zukunft, die den Menschen und die Nachhaltigkeit in den Mittelpunkt stellt - wie so viele Städte in Deutschland und weltweit auch.

Über eine Verkehrswende wird spätestens seit dem „Weltgipfel“ in Rio de Janeiro 1992 diskutiert, sie erhält durch die Klimaprotokolle von Paris neuen Aufwind. Der am 14. November 2016 vom Bundeskabinett beschlossene Klimaschutzplan zeigt den Weg in ein weitgehend treibhausgasneutrales Deutschland im Jahr 2050. Darüber hinaus stehen die Städte täglich noch immer vor vielerlei Herausforderungen, etwa der Reduzierung der Verkehrsbelastungen, weniger Lärm, Straßen mit Aufenthaltsqualität, geringeren Unfallrisiken und besseren Chancen für Nahmobilität und öffentlichen Verkehr.

Öffentlichen Raum als Ort der Vernetzung gestalten

Aus verschiedenen Gründen sind die Bedingungen für eine Verkehrswende heute günstiger denn je. Städtische Lebensweisen, der öffentliche Raum und die Nahmobilität zu Fuß und per Fahrrad erfahren eine steigende Wertschätzung ebenso wie die neuen Angebote im Carsharing und bei Mitfahrdiensten. Auch die Elektromobilität und das automatisierte Fahren erhalten einen Auftrieb, nicht zuletzt durch den durch „Dieselgate“ angestoßenen Strukturwandel der Automobilwirtschaft. 

 

Nazan Kapan

SPD-Sprecherin für Radverkehr: Nazan Kapan

 

Der Deutsche Städtetag hat in seinem Positionspapier „Öffentlicher Raum und Mobilität“ klare Empfehlungen an die Städte und Forderungen an Bund, Länder und EU formuliert. Unter anderem heißt es: „Wesentliche Zielsetzung bei der Transformation der Städte ist die Stärkung des öffentlichen Raums als Ort der Integration, der Vernetzung, der Mobilität und der Kommunikation. Es gilt den öffentlichen Raum so zu gestalten, dass er den verkehrlichen Anforderungen gerecht wird und zur Bewältigung der demografischen, gender- wie auch generationsbezogenen Herausforderungen beiträgt, indem er sowohl gender- wie auch generationsgerecht flexibel nutzbar als auch barrierefrei für alle zugänglich ist. Wichtige Voraussetzungen sind u.a. dichtmaschige Verkehrsnetze, leistbare Preise und zugängliche Verkehrsmittel. Der öffentliche Raum ist auch die Schnittstelle zwischen unterschiedlichen Mobilitätsangeboten und muss daher vielseitigen Anforderungen gerecht werden“.

Mobiltät für alle

In Mannheim starteten in den 1990er Jahren Projekte, um den „Umweltverbund“ aus Fuß, Fahrrad und Bus und Bahn zu fördern. City-Straßen wie Fressgasse und Kunststraße wurden zurückgebaut, Radspuren angelegt, Baden-Württembergs erstes Fahrrad-Parkhaus eröffnet und sogar ein öffentliches Mietradsystem mit einem 5-Mark-Pfandsystem eingeführt. Der Schwerpunkt im „Umweltverbund“ konzentrierte sich aber dann auf einen bis heute erfolgreichen Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs.

Mit einem im Jahr 2010 beschlossenen „21-Punkte-Programm“ kehrte die Förderung des Radverkehrs wieder verstärkt auf die politische Tagesordnung zurück. Innerhalb von fünf Jahren stieg der Radverkehr um 5%. Der Anteil der innerhalb der Stadt mit dem Rad zurückgelegten Wege betrug 2013 (Mobilitäts-Studie TU Dresden, aktuellster Erhebungswert) bereits 18% – Tendenz steigend. Ca.10 Millionen EUR stehen im laufenden Etat 2016/2017 für Straßenbauprojekte zur Verfügung, die den Radverkehr verbessern.

Die SPD Mannheim stellt sich ihrer Verantwortung und will attraktive und nachhaltige Mobilitätskonzepte für Mannheim weiterdenken und mitgestalten. Hierzu hat die SPD-Fraktion 2016 etwa ein Positionspapier zur Weiterentwicklung des Radverkehrs „Mehr Radverkehr in Mannheim – Damit es rund läuft im Quadrat ist“ entwickelt und im September des gleichen Jahres den Antrag A250/2016 „Mehr Radverkehr in Mannheim“ gestellt. Für uns geht es um Mobilität, die den Bedürfnissen aller Menschen gerecht wird mit den Verkehrsmitteln, die sie nutzen – heute und in der Zukunft!

 
 

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23.08.2017, 18:00 Uhr - 19:00 Uhr
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