Bibliothek neu denken

Veröffentlicht am 03.11.2017 in Pressemitteilungen

Fulst-Blei, Schultz, Freundlieb, Kämper, Schmid-Ruhe (v.l.) in der Diskussion

Unter dem Titel „Bibliothek neu denken“ hatten die Mannheimer SPD-Gemeinderatsfraktion und der SPD-Kreisverband zu einer Podiumsdiskussion über die Anforderungen einer neuen Bibliothek geladen. Die SPD sprach sich bei der Standortfrage für die Neckarstadt aus.

Moderatorin im gut gefüllten Ratssaal des Stadthauses ist die SPD-Stadträtin Prof. Dr. Heidrun Kämper, die zu Beginn ankündigt, bei diesem Thema sicherlich auch das ein oder andere Mal aus der neutralen Moderatorinnenrolle herauszutreten. Denn es ist in der Quadratestadt hoch aktuell: „Mannheim braucht eine neue Stadtbibliothek.“

Um dieses Vorhaben in allen seinen städtebaulichen, sozialen und bibliothekseigenen Facetten auszuleuchten, hat Kämper eine breit gefächerte Auswahl an Diskutantinnen und Diskutanten um sich versammelt: Bildungsbürgermeisterin Dr. Ulrike Freundlieb (SPD), den Mannheimer Landtagsabgeordneten und bildungspolitischen Sprecher der SPD-Fraktion, Dr. Stefan Fulst-Blei, die Architektin und Professorin an der Hochschule Darmstadt, Kerstin Schultz sowie Dr. Bernd Schmid-Ruhe, Leiter der Mannheimer Stadtbibliothek.

Dass die Bibliothek längst nicht mehr nur der Ort des Ausleihens oder Lesens von Büchern ist, zeigt Schultz in ihrem Impulsvortrag über Bibliotheksneubauten weltweit. „Bibliotheken gehören zu den größten architektonischen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts“, sagt Schultz und beschreibt die Büchereien als Schnittstellen zwischen Lernort, Kulturraum und Ort des Rückzugs. Die Digitalisierung der Bibliotheken zeigt sich nicht nur in einem wachsenden Angebot an e-books und der Verfügbarkeit von Online-Arbeitsplätzen, sondern auch in einem Zurückweichen des Buches im Bibliotheksraum selbst. Schultz hat in ihrem Vortrag große, offene und flexibel einzuteilende und einzusetzende Räume aus anderen Städten der Welt als Inspiration präsentiert.

„Wir haben ein großes Kopfkino von Ihnen mit auf den Weg bekommen“, sagt Fulst-Blei als Reaktion auf den Vortrag von Schultz und wägt die beiden für den Mannheimer Stadtbibliotheks-Neubau zur Diskussion stehenden Orte, Alter Messplatz und N 2, mit den jeweils möglichen Dynamiken für die Stadtentwicklung ab. Als Argument für den Alten Messplatz betont er: „Das kann Impulse der Bildungsgerechtigkeit setzen.“

Kämper betont: „Die SPD spricht sich bei der Standortfrage klar für den Alten Messplatz als neuen Standort aus. Es geht uns um einen Entwicklungsschub für die Neckarstadt, eine Aufwertung des Standorts am Alten Messplatz sowie um bessere Bildungschancen für die Kinder in der Neckarstadt-West. Wir müssen nun den Grundstein für eine neue Bibliothek legen.“

Die Standortfrage sollte laut Freundlieb seitens der politischen Parteien auf einer breiten Basis von gegeneinander abgewogenen Argumenten geführt werden. Sie betont, wie gefährlich es wäre, über die rein politische Standortdebatte in Nebendiskussionen zu verfallen, über die sich das Zeitfenster für den politischen Konsens zum Bau einer modernen Stadtbibliothek schließen könnte. „Was ich will, ist eine neue bauliche Hülle, die die Bibliothek zukunftsfähig macht.“

Wie emotional aufgeladen das Thema Standort aber dennoch ist, zeigen die Reaktionen aus dem Publikum. Mehrmals wird hier der soziale Aspekt betont, der für den Neubau in der Neckarstadt spräche. Schultz ergänzt: „ Mannheim kann sich zwischen zwei tollen Standorten entscheiden- verliebt bin ich aber ein bisschen in den Messplatz für die neue Bibliothek.“

Wo auch immer die neue Bibliothek gebaut werden wird, Schmid-Ruhe findet in Anlehnung an den argentinischen Schriftsteller Jorge Luis Borges die richtigen Schlussworte: „Ich stelle mir unsere Bibliothek als eine Art Paradies vor.“

 
 

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